Kosmische Strahlen!

Ein Theaterstück in vier Bildern – von Klaus Reitberger

21.Oktober 2012, 16:00
Dietmayrsaal, Stift Melk, freier Eintritt

SchülerInnen der 6DN des Stiftsgymnasiums Melk werden eine kurze Einführung zum Thema geben.

Vor 100 Jahren entdeckte Victor F. Hess, Doktorvater von Dr. Reginald Zupancic, dem ehemaligen Abt (1964–1975) des Stiftes Melk, die kosmische Strahlung, und erhielt dafür 1936 den Nobelpreis.

„Wir schreiben das Jahr 1912: Nach Jahren der Vorbereitung wagt der Physiker Victor Franz Hess eine riskante Ballonfahrt auf über 5000 Meter Höhe. Nur dort kann er Antwort finden auf ein Rätsel, das ihn schon lange beschäftigt. Das Experiment gelingt. Sensationelle Messergebnisse liefern den Nachweis einer bisher unbekannten Strahlung aus dem Weltraum. Zurück am Boden scheint Hess vorerst kein Interesse für seine Entdeckung finden zu können. Späte Würdigung erfährt Hess erst im Jahre 1936. Der Physik-Nobelpreis wird ihm verliehen. Doch auch die Welt der Wissenschaft bleibt von den politischen Ereignissen nicht unberührt. Es bricht eine Zeit an, in welcher kritisches Denken unerwünscht und schließlich gar verboten ist. Hess hat aus seiner Gesinnung nie ein Hehl gemacht und wagte stets, den Nationalsozialismus offen zu kritisieren. Nun wird ihm alles genommen: Stellung, Ansehen, seine Messapparate, und die 20.000 Dollar seines Nobelpreises muss er in ‚Deutsche Reichsschatzscheine‘ umtauschen. Dafür kann er im Herbst 1938 mit seiner Frau Berta über die Schweiz in die USA ausreisen.

In bewegenden Episoden zeigt dieses Theaterstück ausgewählte Momentaufnahmen aus dem Leben eines bedeutenden Forschers zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Hautnah am Leben werden Erfolge und Höhepunkte, Rückschläge und Niederlagen szenisch dargestellt. Nebenbei wird die Bedeutung der ‚kosmischen Strahlung‘ für die Wissenschaft anhand der abwechslungsreichen Geschichte ihrer Entdeckung nachvollzogen.“